habe seit kurzem ein Problem an den Bremsen meines WC63 Habe den kompletten Bremskreis erneuert der auch anfangs dicht war... Mittlerweile zieht er am Hauptbremszylinder "Falschluft" und baut somit keinen Druck mehr auf... Habe schon einen neuen Dichtsatz eingebaut aber ohne Erfolg Eventuell eine Einstellungssache??
Sicher das der Hbz schuld ist und ihr nicht einfach grad Bremsflüssigkeit munter in einer der Bremstrommeln pumpt weil ein rbz undicht ist? Oder eine der Leitungen.
mfg PAtrick
__________________________________ Feil Dir keinen ab, lerne Drehen und Fräsen! Über 7 Millionen Österreicher können nicht richtig Drehen und Fräsen.
im wesentlichen wurde schon alles geschrieben, woran es liegen könnte.
In solchen Fällen ist eine Ferndiagnose immer sehr schwierig.
noch schwerer wird es dann auch, den Fehler auszumachen, wenn "alles" erneuert wurde. Dann kann es auch an allem liegen.
Die Bremsanlage ist beim Dodge ja recht einfach aufgebaut, doch kann man auch bei einer simplen Bremsanlage ganz schnell unbeabsichtigt Fehler einbauen.
Deshalb mal zuerst die Frage, wie bewandert Du beim Thema Bremshydraulik bist?
Zylinder und Leitungen zu Tauschen ist ja recht überschaubar, ebenso die Radbremszylinder, wo man beim Dodge nur auf links und rechts, anstatt auf vorne und hinten achten muss. Beim Hauptbremszylinder sind schon mehr Innereien vorhanden, die man eventuell verkehrt Einbauen könnte, so simpel er auch aufgebaut sein mag. Und da Du von einem "Dichtsatz" anstatt von einem Reparatursatz für den HBZ schreibst, denke ich, Du kommst Beruflich wahrscheinlich aus einer anderen Ecke.
In den vorherigen Beiträgen wurde schon geschrieben wo Du zuerst mal schauen solltest. Wurde die Anlage richtig entlüftet? Kommt irgendwo Bremsflüssigkeit rausgelaufen? Wie sieht der HBZ von innen aus? Riefen und Rostnarben mögen die Manschetten überhaupt nicht. Ebenso ein zu großen Durchmesser des Zylinders, wenn es ein alter HBZ ist, der schonmal aufgearbeitet worden ist. Das können die Manschetten auch nur bedingt ab. Alles mit ATE Paste montiert?
Ansonsten wenn alle Leitungen erneuert wurden, dann bestimmt auch alle Schläuche und auch die Cu. Dichtungen an den Anschlüssen der RBZ's. Da würde ich sicherheitshalber nochmal alles Nachziehen, oder wenigsten kontrollieren.
Was für Bremsflüssigkeit hast Du genommen? DOT 3,4, oder 5, Silikon? Die Frage soll jetzt wieder keine Diskussion über Sinn oder Unsinn vom Zaun brechen. Aber letztere beiden können, je nach Qualität der Rep.Sätze, die Gummiteile in den Bremszylindern aufquellen lassen.
das Problem, das Bremsflüssigkeit in die Bremstrommel läuft hatten wir am Anfang, als wir diese noch nicht eingestellt hatten... Sind aber jetzt trocken und auch aus den Leitungen/ Verbindungsstücken kommt nichts raus
Der HBZ ist innen auch glatt ohne Rillen und Riefen Es wurde auch alles mit der ATE Paste montiert
Es ist allerdings auch möglich wie schon geschrieben, das der neue Rep- Satz schrott ist...
Wir haben eine DOT 4 Bremsflüssigkeit verwendet
Montage des Bremskreises hat ein KFZ- Meister übernommen
Habt ihr auch mal geschaut, ob die Bohrung für den Atmosphärischen Ausgleich im Deckel frei ist? Dann kann der HBZ auch nicht funktionieren, wie er soll. Ich hatte mir bei meiner WC 54 Ambulance einen Deckel vom M37 montiert und an dem Anschluss eine Leitung für einen Bremsflüssigkeitsausgleichbehälter, den ich weiter oben an der Spritzwand angeschraubt hatte, gelegt. Das war zwar nicht original, aber dafür konnte ich die Bremse immer alleine mit dem Entlüftungsgerät entlüften und konnte auch gleich sehen, ob Bremsflüssigkeit fehlt, was bei einer Einkreisbremsanlage ja auch nicht verkehrt ist. Wer geht schon gerne an den Deckel vom Hauptbremszylinder, um zu schauen ob noch genug Bremsflüssigkeit vorhanden ist.
Und wenn ein "Meister" sich der Sache schon angenommen hat, dann wird der den Fehler bestimmt schon finden.
Hallo ich selber habe einen WC 51 und laboriere seit einem halben Jahr an den Bremsen. Mittlerweile habe ich alle Fehlerquellen durch und sie funktioniert. Mein Auto stand 10 Jahre unbenutzt und restauriert in der Halle. Also war ein Bremsflüssigkeitswechsel angesagt mit DOT4. Eine Woche später fuhr ich einen steilen Berg hinunter und trat beim Bremsen ins Leere. Eine Leckage war von aussen nicht sichtbar!
Später hat sich dann herausgestellt das alle 4 Bremszylinder den Flüssigkeitswechsel nicht überlebt haben.
Ein paar Tipps: Falschluft reinziehen gibt es beim HBZ nicht. Er hat bei Betätigung Überdruck. Beim Zurücknehmen des Pedals ziehen die großen Federn der Bremsbeläge die Radbremszylinder zusammen und die Flüssigkeit wird Richtung HBZ "geschoben" so das kein Unterdruck ensteht. Eventuelle Verluste der Flüssigkeit werden im HBZ durch ein winziges Schnüffelloch aus dem Voratsbehälter ersetzt. Dieses Loch ist so klein das man es leicht übersieht weil es zugesetzt ist.
Deine Fehlerbeschreibung sollte 2 Elemente beinhalten nach denen man sehr gut diagnostizieren kann: Bremspedal gibt bei kontinuierlichem leichten Druck immer weiter nach bis hin zum Boden. Das kann auch schon mal etwas länger dauern. Diagnose: System hat Leck. Bremspedal baut einen harten Druckpunkt erst nach mehrmaligem Pumpen auf: Diagnose: Luft im System. Eine winzige Blase reicht dazu aus.
Bei der Überholung sollte der HBZ klinisch rein sein. Es macht Sinn das Schnüffelloch zu reinigen, Die Bohrung mit feinstem Läppleinen zu glätten (nicht abschleifen!) wenn die Oberfläche gelitten hat. Das sollten aber nur Profis machen die genau wissen was sie tun!. Ansonsten kosten neue kein großes Geld. am Eingang von HBZ und den Radbremszylindern befinden sich 45 Grad Phasen damit die Manschetten beim Einführen nicht beschädigt werden. Es macht Sinn diese nochmals leicht mit Läppleinen zu glätten. Das schont die Manschetten beim Einführen noch etwas besser.
DOT 4 vs DOT3: Ich habe im Nachhinein DOT3 verwendet da es weniger aggresiv sein soll. Da unsere Fahrzeuge sehr langsam sind und die Bremsleistung gering halte ich das für die bessere Alternative. Ich denke die langen Standzeiten sind gefährlicher als das Risiko einer überhitzten Bremsflüssigkeit.
Bremsschläuche: Haben ebenfalls eine limitierte Lebensdauer. Sollten nach 10 Jahren raus da sich sich innen auflösen und dann seltsame Phänomene verursachen wie z. Bsp. festsitzende Bremsen
Entlüften: Richtiges Entlüften macht man am besten mit dem Pedal. Erst Druck machen (nicht ganz durchtreten!), halten, dann Entlüftungsschraube auf, dann wieder zu und dann Bremspedal langsam wieder loslassen. Dann etwas warten da die Flüsigkeit durch das Schnüffelloch ersetzt wird. Bei dieser Methode wird sehr viel Flüssigkeit durchgepumpt und Luftblasen bleiben im System auch nicht hängen Die anderen Lösungen wie Druck auf den Vorratsbehälter geben mit Hilfe eines Ersatzreifens (max 1,5 bar!) oder mittels Unterdruck haben alle nicht vernünftig funktioniert. Gut entlüftet hat dein System einen harten! Druckpunkt. Heisst jetzt aber nicht das das Auto auch gut bremst
Voratsbehälter
Es macht aus praktischen Gründen, aber auch sicherheitstechnisch Sinn wie hier schon erwähnt einen Extra Vorratsbehälter oben am Gehäuse des Spannungsreglers anzubringen. Ansonsten ist das Wiederauffüllen des Vorratsbehälters eine Qual. Und das Wechseln der Flüssigkeit sollte alle 2 Jahre (Lehrbuch) erfolgen. Auch um Leckagen zu detektieren ist ein solcher transparenter Behälter eigentlich ein Muß. Allerdings Vorsicht bei der Wahl eines solchen Umbaukits (etwa 70 Euro). Der Schlauchnippel für den originalen Vorratsbehälter ist gratig und zerstört regelmäßig den Schlauch. Die Schläuche sind teilweise Gartenschlauchqualität und für Bremsflüssigkeit völlig ungeeignet.
Schwachpunkte des systems: Erstmal ist es ein Einkreissystem und damit natürlich nicht das sicherste. Wenn das Material schon älter ist dann sind die Entlüftungsnippel trotz Anziehens nicht richtig dicht. Der Anschluß von Bremsleitung an Radbremszylinder erfolgt über einen Messingblock. Dieser ist mit einer Hohlschraube und 2 Kupferdichtungen am Radbremszylinder befestigt. Die Kupferdichtungen haben kein metrisches, sondern Zollmass.Sollten auch genau diese sein und vor allem Neu. Ansonsten hast du hier eine Undichtigkeit die nicht unbedingt sofort sichtbar sein muß. HBZ muß unbedingt ausreichend Spiel zur Stange der Pedalbetätigung haben. Im Betrieb verschwindet das Spiel und Schnüffelloch wird unter Umständen nicht frei.
Mach erstmal die Probe mit dem Bremspedal und berichte wie es sich verhält.
Vielleicht kann man dir dann weiterhelfen. Viele Grüße, Micha
Dann hast du Luft im System. Hast du bei Überholung von HBZ das Schnüffelloch freigemacht? Setzt sich übrigens sofort zu bei Dreck weil nur 1 mm groß. Grüße